Für Menschen, die Antidepressiva nehmen, kann Hitze sich noch anstrengender anfühlen, als sie das sowieso schon tut. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius, die aktuell in der nördlichen Hemisphäre immer wieder erreicht werden, kann die Wirkung der Medikamente eine zusätzliche Bürde für den Körper sein.
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Auch ich komme in diesen zweifelhaften Genuss, sobald sich das Thermometer der 30-Grad-Marke nähert.
Picknick mit Freundinnen im Park? Danke für die Einladung, aber ich kann nicht: Mir wird schwindelig bei allem, was über dem Liegen auf der Couch hinausgeht.
"Der Mensch hält seine Körperkerntemperatur durch ein komplexes System physiologischer Mechanismen aufrecht, die zusammenwirken und Schwankungen durch Stoffwechselvorgänge, körperliche Anstrengung und Umwelteinflüsse ausgleichen", sagt Michael Paulzen, stellvertretender Leiter des Referats Psychopharmakologie bei der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt des Alexianer Krankenhauses Aachen. "Das Versagen dieses thermoregulatorischen Prozesses kann... durch thermischen Stress, Hitze, oder eben durch bestimmte Medikamente verursacht werden."
"Einige dieser Medikamente [Antidepressiva und Antipsychotika] machen es schwerer für den Körper, kühl und hydriert zu bleiben, also sollte man darauf achten, genug Wasser zu trinken und der Hitze fernzubleiben", sagt Daniel Harwood vom Royal College of Psychiatrists, der britischen Psychiater-Vereinigung. "Speziell Dehydrierung kann ein Problem sein, weil dann der Körper eventuell verstärkt auf die Wirkung einiger Medikamente reagiert. "
"Ich schwitze wie ein Nutztier, dass keinen Unterstand für Schatten hat", kommentiert eine Nutzerin einen Post zum Thema Sertralin und Hitze auf der online Plattform Reddit.
"Hitzewellen sind sowieso ätzend, aber seit ich dieses Jahr angefangen habe, Sertralin zu nehmen, ist es noch viel schlimmer geworden", schreibt ein anderer User. "Es fühlt sich an, als würde ich schmelzen, egal, was für Klamotten ich trage oder was ich tue."
Und in einem Post von Juni 2026 heißt es schlicht: "Mir ist die ganze Zeit
Für diese Wirkungen gibt es klare medizinische Erklärungen. "Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin können die Schweißbildung hemmen und somit die Kühlung durch Verdunstung beeinträchtigen", sagt Paulzen. "Andererseits können [andere] Antidepressiva... die Schweißproduktion dadurch erhöhen, dass sie zu einer vermehrten Sympathikusaktivität, dem aktivierenden Teil des autonomen Nervensystems, führen."
Exzessives Schwitzen, immer wieder Ausschlag (Stichwort "Hitzepickel") und lähmende Erschöpfung – ich freue mich schon, wenn der Sommer endlich vorbei ist. Aber dank des menschengemachten Klimawandels wird es in Zukunft immer häufiger immer höhere Temperaturen geben.
Das Wichtigste zuerst: Auf keinen Fall die Medikamente einfach absetzen oder die Dosis ohne ärztliche Beratung ändern. "
Paulzen sagt, dass beim Beachten dieser Vorsichtsmaßnahmen eine Medikamenteneinnahme ohne vermehrte Nebenwirkungen möglich sein sollte. Aber bei schweren körperlichen Beschwerden oder bisher unbekannten mentalen Symptomen sollten Betroffene ärztliche oder therapeutische Hilfe suchen.
So schlimm ist es bei mir glücklicherweise bisher nicht. Ich schwitze also weiter und warte sehnsüchtig auf den Herbstanfang.