14 Trompeter spielen begleitet von Orgelklängen verteilt im ganzen Konzertsaal.
Neun Jahre lang stand die denkmalgeschützte Bonner Beethovenhalle dem Festival nicht zur Verfügung. "Wir haben jetzt wieder einen großen Konzertsaal mit der guten Originalakustik", erläutert Philipp Seliger, Sprecher des Beethovenfests. "Wir können wieder große namhafte Orchester einladen, weil es die entsprechende Bühne und Infrastruktur gibt." Das hat auch den ungarischen Starpianisten Andras Schiff bewogen, in diesem Jahr beim Festival aufzutreten.
Doch nicht nur Stars und große Orchester sollen sich in der neuen Halle musikalisch "zu Hause" fühlen, sondern auch das Publikum und Musizierende aus der Umgebung. Für letztere gibt es den extra gestalteten "Festival-Salon" wo Communities und Bands aus der Region ihr eigenes Programm gestalten können.
Das Beethovenfest geht aber auch zu den Menschen in die verschiedenen Stadtteile, dort, wo sie zu Hause sind.
"Heimat ist für mich mehr ein Gefühl als ein Ort. Sie ist dort, wo man sich auf ein echtes soziales Netzwerk verlassen kann, wo Menschen merken, wenn man fehlt", sagt Festival-Intendant Steven Walter, der selbst schon an verschiedenen Orten auf der Welt gelebt hat. "Überall kam das Wohlbefinden auf die soziale Eingebundenheit an."
In Bonn wurde Ludwig van Beethoven 1770 geboren, in Wien starb er 1827.
Die ersten drei Konzerte präsentieren sie bereits in diesem Jahr beim Beethovenfest.
Einige der Künstlerinnen und Künstler beim Beethovenfest bringen Musik aus ihrer Heimat mit.
Auch die Geigerin Lisa Batiashvili aus Georgien bringt heimatliche Klänge mit. Sie ist in diesem Jahr Residenzkünstlerin beim Beethovenfest. Mit den Dresdner Philharmonikern spielt die Geigerin unter dem Titel "City Lights" auch Stücke aus Georgien - eine persönliche Hommage.
Georgien ist ein Festival-Schwerpunkt in diesem Jahr. Beim "Campus", dem traditionellen Jugend- und Austauschprojekt im Festival treffen junge Musiker und Musikerinnen aus Georgien und Deutschland aufeinander. Beethovens Musik erklingt im Wechselspiel mit Werken großer georgischer Komponisten. Von Heinrich Schütz singen alle im Chor die fünfstimmige Motette "Verleih uns Frieden gnädiglich".
Die gemeinsame Übungsphase der Musizierenden vom Bundesjugendorchester mit dem Tbilisi Youth Orchestra fand bereits im Juni statt, um eine eigene Vision, ein eigenes Programm für das Beethovenfest zu entwickeln.
Tsotne Zedginidze, ein 17-jähriger Komponist und Pianist, gilt als georgisches Ausnahmetalent.
Die US-Amerikanerin Brittany J. Green experimentiert in ihrer Komposition "gLitchED dreams//invisible BEINGS" mit KI und visuellen Effekten. Mit dem Musik-Kollektiv "Alarm Will Sound" soll ein Klangpanorama unseres digitalen Zeitalters entstehen. "Wir suchen die Beethovens unserer Zeit", sagt Philipp Seliger, "die nicht mehr nur Komponistinnen und Komponisten klassischer Musik sind".
Das Beethovenfest findet vom 3. September bis zum 3. Oktober 2026 statt, die DW ist Medienpartnerin und Mit-Gesellschafterin.