Frankfurt hofft, dass Trainer Adi Hütter in seiner zweiten Amtszeit bei der Eintracht an alte Erfolge anknüpfen kann und Bayer 04 Leverkusen eist Ex-Spieler Moussa Diaby für etliche Millionen in Saudi-Arabien los. Und das sind noch gar nicht alle Beispiele.
Prominentester Vertreter ist der Ex-und-jetzt-wieder-Bremer Füllkrug, der am Wochenende sein erstes Heimspiel nach seiner Rückkehr erleben wird. Er freute sich sichtbar, wieder für den Klub spielen zu können, für den er bereits in der Jugend aktiv war und als dessen Fan er sich bezeichnet.
"Liebe und Wertschätzung werden mir ohnehin entgegenbracht, unabhängig von meiner Leistung. Das spüre ich jetzt schon", sagte Füllkrug bei seiner offiziellen Vorstellung. "Das hätte mir kein anderer Klub geben können."
"Wenn man eine gute, tragfähige Beziehung miteinander gehabt hat, kann man dementsprechend anknüpfen", sagt sie im Interview mit der Deutschen Welle (DW) und nennt Niclas Füllkrug als bestes Beispiel. "Er ist in Bremen groß geworden und hat bei seiner Rückkehr gesagt, dass er in einer anderen Währung bezahlt wird als nur mit Geld - nämlich in Emotion."
Entscheide man sich dafür, eine Beziehung erneut aufzunehmen, so die Paarberaterin, seien zunächst einige Fragen zu beantworten. "Was hat man für einen gemeinsamen Erfahrungshintergrund? Wie tragfähig war die Beziehung, während man zusammen war?
Bei Füllkrug und Bremen kann man hinter die Klärung all dieser Fragen wohl einen grünen Haken setzen. Zwar stieg er 2021 mit Werder in die 2. Liga ab, sammelte anschließend aber viele Sympathiepunkte bei den Fans, weil er dem Klub treu blieb und großen Anteil am direkten Wiederaufstieg hatte.
Sein Abschied zu Borussia Dortmund im Sommer 2023 war für die Anhänger zwar schmerzhaft, aber letztlich irgendwie nachvollziehbar. Während Bremen gegen den Abstieg kickte, hatte Füllkrug in Dortmund die Möglichkeit, in der Champions League zu spielen und sah dort bessere Chancen, sich weiterhin für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Und die rund 15 Millionen Euro, die der BVB damals für den immerhin bereits 30-Jährigen bezahlte, konnten die Bremer ebenfalls gut gebrauchen.
Auch in vielen Partnerschaften gehe es zunächst darum, bestimmte Entwicklungsschritte zu machen, sagt Petra Nordhaus: "Will man zusammen wohnen?
"Ab einem gewissen Alter, wenn man diese Entwicklungsaufgaben abgearbeitet hat, kommen eher die "feinstofflichen Dinge", wo man sich fragt: Was für eine Art von Beziehung will man eigentlich leben? Das ist schon ein bisschen mit dem Fußball vergleichbar.
Dazu passt, dass die Spieler, die in der Bundesliga nun erneut bei ihrem Ex-Verein angeheuert haben, eher nicht am Anfang ihrer Karriere stehen, sondern bereits reifer sind und gewisse Erfahrungen in ihrer Fußballkarriere gemacht haben.
Die Premier League hat dem Rest Europas und der Bundesliga den Rang abgelaufen. Hier ist sogar ein Aufsteiger wie Ipswich Town in der Lage, über 170 Millionen Euro für Transfers auszugeben. Zum Vergleich: "Dorfklub" und Bundesliga-Neuling SV Elversberg nahm für seine Verhältnisse sehr viel Geld in die Hand und investierte aber "nur" 12,1 Millionen Euro.
Die deutschen Klubs setzen daher auf Talente, für die sie zwar mittlerweile in Regel auch schon zweistellige Millionenbeträge hinblättern müssen, allerdings in der Hoffnung, diese Spieler einige Jahre später für ein Vielfaches weiterzuverkaufen - im besten Fall nach England, denn da gibt es das meiste Geld.
Oder sie gehen auf Nummer sicher und greifen auf Altbewährtes zurück - eben jene Spieler, die bereits früher im Verein waren, von denen man weiß, was sie leisten können und die keine Eingewöhnungszeit benötigen.
Im Fall Füllkrug spart der SV Werder sogar noch Geld, weil der Stürmer zunächst nur für eine Saison ausgeliehen ist und keine Leihgebühr anfällt.
"Es war schon beidseitig. Wir haben die Situation zusammen ausgelotet, ob es Sinn machen kann oder nicht", erklärte der Stürmer seine Rückkehr. Man sei bei der Begutachtung zum Schluss gekommen, dass es klappen könnte. "
Was zunächst eher geschäftsmäßig und unromantisch klingt, findet Paarberaterin Petra Nordhaus nur logisch. "Das ist bei Paaren ganz genauso. Eine Beziehung, in der man sich auf Dauer wohlfühlt, funktioniert letztlich ja nur als Win-Win-Situation", sagt sie.
"Ich glaube grundsätzlich, wenn jeder bereit ist, sich damit zu beschäftigen, was er zu einer guten Beziehung beitragen kann, was seine Schwachpunkte sind und wenn jeder bereit ist, daran zu arbeiten, dann ist das schon ein total großer Teil. Wenn dann noch Gefühle dazu kommen, natürlich umso mehr. "
Und von einem Mangel an Gefühlen kann in der Beziehung zwischen Werder Bremen und Niclas Füllkrug ohnehin keine Rede sein.
Und es ist auch nicht die erste Rückkehr Füllkrugs zu Werder Bremen. Als Nachwuchsspieler konnte er sich 2012 in der ersten Mannschaft nicht durchsetzen, wurde zunächst verliehen und 2014 schließlich an den 1. FC Nürnberg abgegeben. Über Hannover 96 kam er fünf Jahre später nach Bremen zurück und erlebte seine erfolgreichste Zeit bei Werder.
Jetzt hat er sich dem Klub zum dritten Mal in seiner Karriere angeschlossen. Es muss wohl Liebe sein …