Auch wenn er dieses Mal nicht getroffen hat, zählte Kai Havertz neben Doppeltorschütze Florian Wirtz zu den auffälligsten Spielern im DFB-Team. Beim 4:3 (2:2)-Erfolg gegen die Schweiz im ersten Länderspiel des Jahres hatte Havertz zwar immer wieder gute Chancen einen Treffer zu erzielen, doch am Ende gelang es ihm nicht.
Zur Freude der DFB-Fans feierte Havertz nach fast 500 Tagen an diesem Abend seine Rückkehr in die Nationalelf - gerade noch rechtzeitig, um sich in den richtigen Rhythmus für die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA im Sommer zu bringen.
Der Offensivspieler, der im vergangenen Frühjahr bereits mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen gehabt hatte, verpasste zunächst mehr als die Hälfte der Saison in der Premier League wegen einer Knieverletzung.
Seit März kommt er nun aber wieder regelmäßig zum Einsatz, unter anderem in den zwei Achtelfinalspielen der Champions League mit dem FC Arsenal gegen seinen Ex-Club Bayer Leverkusen. "Ich bringe das ein oder andere Spiel an Erfahrung mit und hoffe, wenn es auf das Turnier zugeht, vorne wegzumarschieren und den Jungs zu helfen, um bestmöglich auf dem Platz abzuliefern", so der Nationalspieler.
"Dass ich jetzt kein laustarker Spieler bin, der in der Kabine die großen Ansprachen hält, das weiß glaube ich jeder", sagte Havertz unter der Woche, betonte aber: "Es gibt auch Spieler, die mit der Leistung vorne weggehen - und da zähle ich mich dazu." Seine entspannte und eher ausgeglichene Art hat Havertz mit den Tieren gemeinsam, die er am meisten liebt: dem Esel.
In seinen "Super-Tieren" erkennt sich der Nationalspieler nämlich auch selbst wieder. "Esel sind sehr, sehr ruhige Tiere - so ein bisschen wie ich", sagte er im DFB-Camp vor dem Spiel gegen die Schweiz - und geriet ins Schwärmen. "Die Liebe war immer da, generell für Tiere, aber spezifisch für Esel", berichtete Havertz.
"Das hat schon in ganz jungem Alter angefangen, ich weiß auch nicht, warum." Die drei Tiere, die seine Eltern ihm zur Volljährigkeit schenkten, leben allerdings in Deutschland - da sieht man sich recht selten.
Mit seiner ordentlichen Leistung im ersten Länderspiel des Jahres hat Havertz sich in der DFB-Elf zurückgemeldet.
Doch dass der 26-Jährige - ganz wie seine Lieblingstiere - mit schweren Lasten umzugehen weiß, hat er in den vergangenen Jahren bei seinen Vereinen und auch der Nationalmannschaft immer wieder unter Beweis gestellt. "Natürlich ist Druck immer da, aber wir wollen uns nicht zu sehr unter Druck setzen", sagte Havertz. "Wir wollen dem Land beweisen, dass wir für den nächsten Schritt bereit sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die WM für uns erfolgreich sein wird."
-----------------
Schweiz - Deutschland 3:4
Tore: 1:0 Ndoye (17.), 1:1 Tah (26.), 2:1 Embolo (41.), 2:2 Gnabry (45.+2), 2:3 Wirtz (61.), 3:3 Monteiro (79.), 3:4 Wirtz (86.)
Zuschauer in Basel: 34.316 (ausverkauft)