Vor allem China und Europa treiben den Boom. Aber auch Lateinamerika und anderswo werden immer mehr E-Autos verkauft.
Dank Spitzenforschung und Massenfertigung werden die Batterien für E-PKW immer billiger, sie kosten heute nur noch ein Viertel des Preises vor zehn Jahren.
In China kosten E-Autos schon seit 2024 weniger als Diesel oder Benzin PKW. Zudem baut der Staat die Ladeinfrastruktur stark aus, und Strom ist dort sehr günstig. 2015 lag der Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen in China bei nur einem Prozent, im Mai 2026 waren es schon 63 Prozent.
Dann gibt es noch sogenannte HEV (Hybrid Electric Vehicle), die in internationalen Statistiken nicht zu den E-Autos gerechnet werden. Sie fahren mit Benzin oder Diesel. Zusätzlich haben sie lediglich einen sehr kleinen Elektromotor ohne Stecker. Der Strom dafür wird aus der selbst erzeugten Bremsenergie gewonnen. Das senkt den Spritverbrauch auf sehr kurzen Strecken ein wenig.
2018 lag in der Europäischen Union der Anteil von E-PKW bei den Neuzulassungen bei nur einem Prozent. Im April 2026 war dort schon fast jeder dritte Neuwagen ein E-Auto. Besonders weit ist die E-Mobilität in Nordeuropa. In Norwegen fahren inzwischen fast alle neu verkauften Autos elektrisch (99 %), in Dänemark sind es 82 Prozent und in Schweden 65 Prozent. Die Regierungen fördern schon seit langem klimafreundliche Mobilität, die Ladeinfrastruktur ist schon sehr gut und wird weiter ausgebaut.
In den USA stagniert in den letzten Jahren der Markt für Elektroautos. Zwischen 2023 und 2025 lag der Anteil von E‑PKW bei den Neuzulassungen bei nur zehn Prozent, im April 2026 sogar bei unter sechs Prozent. Steuererleichterungen für den Kauf von E-Neuwagen endeten dort letztes Jahr.
Die vom US Unternehmen Tesla hergestellten Model Y und Model 3 sind die am besten verkauften E-Autos der Welt. Danach finden vor allem chinesische Modelle besonders viele Käufer.
Weltweit werden die meisten E-Fahrzeuge in China gebaut (71 %), danach folgen Europa (17 %) vor den USA (5 %). In Südkorea und Japan werden jeweils zwei Prozent der E-Autos produziert, in Indien ein Prozent.
Laut Ranking der internationalen Energieagentur (IEA) sind einige asiatische Länder schon sehr weit: Zum Beispiel Nepal mit 68 Prozent E-PKW bei den Neuzulassungen im Jahr 2025, gefolgt von Singapur (63 %), Vietnam (41 %) und Thailand (23 %). In der Türkei waren es im vergangenen Jahr 22 Prozent.
Auch in Lateinamerika steigt der Absatz von E-PKW stark: Innerhalb von nur zwei Jahren haben sich die Verkaufszahlen verdreifacht. Den höchsten Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen hatte im ersten Quartal 2026 Uruguay mit 31 Prozent, gefolgt von Costa Rica (16 %), Kolumbien (15 %) und Brasilien (10 %). Im US-Nachbarland Mexiko waren es sechs Prozent.
In Afrika setzt besonders Äthiopien auf E-Autos. Als erstes Land der Welt ist dort seit 2024 die Einfuhr von neuen und gebrauchten Autos mit Verbrennungsmotor verboten. Seitdem hat sich die Zahl von E-Fahrzeugen fast vervierfacht, inzwischen sind es über 100.000.
Die Kaufpreise für E-Fahrzeuge waren bisher meist höher als für Verbrenner. 2025 waren sie in den USA laut IEA rund 27 Prozent teurer, in Deutschland 19 Prozent, in Brasilien und Türkei elf Prozent.
Doch die Preise sinken schnell.
In Europa kosten die meisten E-Autos noch über 20.000 Euro.
Früher schafften E-Autos der Oberklasse mit einer Batterieladung maximal 500 Kilometer. Dabei waren die Möglichkeiten für schnelles Nachladen meist begrenzt.
Heute haben einige E-PKW schon über 800 Kilometer Reichweite. Die Ladeinfrastruktur wird weiter ausgebaut, und es gibt auch immer mehr Schnellladestationen. Ein Premiummodell von BYD schafft es laut Hersteller bei einem sogenannten "Flash Charger" in 10 Minuten Ladezeit Strom für weitere 700 km bereitzustellen. Gängige Schnelladestationen etwa an Tankstellen laden je nach Modell in etwa 20 Minuten genug Strom für 300 km Reichweite. Eine Wallbox zu Hause braucht dafür mehrere Stunden.
Ein E-PKW verbraucht darum weniger: ca. 15 Kilowattstunden (kWh) Energie pro 100 Kilometer. Bei einem vergleichbaren Verbrenner sind es 50 kWh, das entspricht rund 6 Litern Benzin.
Das Laden an öffentlichen Schnellladestationen ist zwar deutlich teurer. Trotzdem ist weltweit elektrisches Fahren auch ohne eigene Stromtankstelle zu Hause etwa 15 Prozent günstiger als das Fahren mit Verbrennern.
Hohe Ölpreise durch den Irankrieg und sinkende Kosten für Batterien werden den Absatz von E-Fahrzeugen weiter beschleunigen, das prognostiziert die internationale Energieagentur IEA.
Die IEA schätzt, dass 2026 rund 23 Millionen Elektroautos verkauft werden, fast 30 Prozent aller Neuwagen weltweit, Tendenz weiter steigend. Laut Electric Vehicle Outlook von Bloomberg New Energy Finance könnte 2030 der Anteil von E-Autos bei den weltweiten Neuwagenverkäufen bei 38 Prozent liegen und 2035 bei 52 Prozent.