Im Gespräch mit der Deutschen Welle (DW) in seinem Brüsseler Büro bezeichnete Micallef die Pläne als "eine weitere Episode in einer Reihe schlechter Führungsentscheidungen, die den Sport übermäßig kommerzialisieren". Das schade dem Fußball, sagte er.
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Micallefs Äußerungen passen zur Haltung der UEFA und deren Präsidenten Aleksander Ceferin gegenüber Infantino. Der Europäische Fußballverband erklärte im August, er prüfe eine Strafanzeige gegen den FIFA-Präsidenten. Außerdem kündigte die UEFA an, einen Gegenkandidaten zu stellen, sollte der Infantino wie geplant beim FIFA-Kongress im März 2027 zur Wiederwahl antreten.
Neben der UEFA gibt es zahlreiche weitere Infantino-Kritiker, darunter die Menschenrechtsorganisation FairSquare, die eine Beschwere mit 100.000 Unterstützern bei der FIFA-Ethikkommission gegen Infantino einreichte.
In der Beschwerde, die der DW vorliegt, erklärte FairSquare: "Zumindest hat [Infantino] seine Macht missbraucht, gegen seine Pflicht zur politischen Neutralität sowie gegen seine Loyalitätspflicht verstoßen, indem er versuchte, sich beim US-Präsidenten einzuschmeicheln. Die Hinweise darauf, dass er aus diesem Verhaltensmuster persönlich Nutzen ziehen wollte, erhöhen zusätzlich die Schwere der Vorwürfe.“
"Der Fußball steht nicht zum Verkauf", betonte Micallef gegenüber der DW.
Da keine Anzeichen für einen Kurswechsel erkennbar seien, fordert FairSquare-Direktor Nicholas McGeehan ein Eingreifen der EU und stellt die Fähigkeit von Sportorganisationen infrage, sich selbst wirksam zu regulieren.
Die Doppelrolle der FIFA als Ausrichter von Wettbewerben und zugleich globaler Regulierungsbehörde des Fußballs sorgt seit Langem für Kritik und wirft Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf.
EU-Sportkommissar Micallef schloss weitere Schritte der EU nicht aus. "Die Autonomie des Sports entbindet ihn nicht von seinen rechtlichen Verpflichtungen", sagte er.
Mit Blick auf den Widerstand der EU gegen Pläne, Ligaspiele aus Spanien und Italien außerhalb Europas auszutragen, äußerte sich Micallef optimistisch. "Die Fußballgemeinschaft sollte niemals unterschätzt werden", sagte er. Wenn leidenschaftliche Fußballfans und Institutionen gemeinsam ein starkes Signal aussendeten, sei das eine Kraft, mit der gerechnet werden müsse. "Wir verdienen eine gute Verbandsführung. Das ist nicht zu viel verlangt."
Dieser Artikel wurde aus dem englischen Original "EU sports commissioner says FIFA is 'damaging to football'" adaptiert.