Schon wieder ein neuer Zuschauerrekord: 59.402 Fans waren am Wochenende beim Spiel der englischen Women's Super League zwischen Arsenal WFC und dem FC Chelsea im Londoner Emirates Stadium dabei - so viele wie noch nie in Englands oberster Frauenliga.
Die alte Bestmarke lag bei 54.115 Zuschauern, wobei sie nicht wirklich alt war:
Zwar bestreitet Arsenals Frauenteam nicht jedes Spiel in der großen Arena (zu den Spielen im Meadow Park von Borehamwood, rund 20 Kilometer nördlich von London, kommen rund 3500 Zuschauer), jedoch belegen die Zahlen einen Trend, der sich nicht nur in England feststellen lässt.
Diese Besucherzahlen sind ein weiterer Beweis für das rasante Wachstum des Frauensports, das vor allem vom Fußball angetrieben wird. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte prognostiziert, dass der Frauensport im Jahr 2024 erstmals die Schwelle von einer Milliarde Dollar (928 Millionen Euro) an weltweiten Einnahmen überschreiten wird, wovon 555 Millionen Dollar auf den Fußball entfallen.
Dieser immense Zuwachs hat jedoch bei der Spielergewerkschaft FIFPRO kritische Fragen dazu aufgeworfen, was die Spielerinnen dafür investieren müssen. Die FIFPRO veröffentlichte am selben Tag, an dem auch die Deloitte-Studie herauskam, ihren eigenen Bericht über die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland.
Aus ihm geht hervor, dass die Spielerinnen, deren Einfluss auf das Wachstum des Spiels auf dem Spielfeld, auf den Tribünen und an den Merchandising-Ständen offensichtlich war, möglicherweise einen ungerechten Preis zahlen.
Zudem kam heraus, dass bei einem Fünftel der WM-Teilnehmerinnen im Vorfeld des Turniers die im FIFA-Reglement vorgesehenen Gesundheitschecks nicht durchgeführt wurden und dass mehr als die Hälfte der befragten Spielerinnen das Gefühl hatten, vor und nach der WM nicht ausreichend Zeit zur Erholung gehabt zu haben.
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Zwar müssen Profis und Nationalspielerinnen wie Catley keinem Zweitjob neben mit ihrer Sportkarriere nachgehen und sie haben Zugang zu einer besseren medizinischen und Fitness-Infrastruktur, insbesondere bei den Vereinen, die mit den großen Herrenmannschaften verbunden sind. Aber auch bei ihnen können die Auswirkungen von Reisen und Spielanforderungen schnell ihren Tribut fordern.
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Dafür, dass eine Überlastung droht und diese negative Folgen haben kann, gab es auch beim Londoner Derby Beispiele: Beth Mead, die Torschützin des ersten Arsenal-Treffers, verpasste die WM wegen einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes, die zum Fluch des Frauenfußballs geworden ist.
Williamsons Nachfolgerin als englische Kapitänin, Millie Bright vom FC Chelsea, verletzte sich vor der WM am Knie und verpasste die Vorbereitung auf das Turnier. Bei der Weltmeisterschaft stand sie auf dem Platz, jedoch spürt sie jetzt, einige Monate später, die Folgen: Ihr Knie macht immer wieder Probleme und so war sie beim Derby gegen Arsenal im Emirates nicht dabei.
"Unser Terminkalender ist jetzt viel anspruchsvoller", hatte Bright schon Anfang 2023 noch vor der Weltmeisterschaft gegenüber der DW gesagt. "Man erwartet von uns, dass wir ein Turnier nach dem anderen bestreiten und gleichzeitig um jede Trophäe kämpfen, wenn man in den Spitzenklubs spielt. Es ist unmöglich, das durchzuhalten, und wir sind keine Roboter, unsere Körper werden kaputtgehen", fügte sie prophetisch hinzu.
In ihrem Bericht erkennt die FIFPRO die enormen Fortschritte an, die im Spitzensport der Frauen gemacht wurden.
Dennoch stellte Deloitte fest: "Dieser Anstieg des Engagements von Fans und Investoren führt zu neuen und verbesserten Möglichkeiten für Vereine und Ligen, einschließlich größerer kommerzieller Partnerschaften, höherer Beteiligung und größerer Spieltage.
Um sicherzustellen, dass dieses Wachstum beständig und nachhaltig ist, müssen die Sportorganisationen dafür sorgen, dass die Investitionen in die richtigen Bereiche fließen, zum Beispiel in die Förderung der Fantreue, das Wohlergehen der Spieler und die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs zwischen den Ligen. "
Der Profifußball der Frauen befindet sich daher an einem Scheideweg: Soll er sich so entwickeln wie der Männerfußball, mit Geld als Hauptantriebskraft, oder soll er es etwas langsamer angehen und sich um diejenigen kümmern, die ihn überhaupt erst interessant gemacht haben?
Der Text wurde aus dem Englischen adaptiert.