Das perfekte Team zusammenstellen oder die Karriere eines Fußballprofis durchspielen: Sportspiele für Smartphones haben in diesem Sommer Millionen Fußballfans erreicht. Viele setzen auf Nostalgie, Zufall und die Möglichkeit, eine eigene Geschichte zu schreiben.
Als Vorbild für den aktuellen Trend gilt unter anderem das in sozialen Medien populär gewordene Basketballspiel "82-0".
Ein weiteres Beispiel ist "Destiny Eleven". Maxence Pigne, Fan von Paris Saint-Germain und Projektmanager, war auf TikTok auf ein Spiel gestoßen, bei dem Nutzer die Karriere eines Profifußballers durchspielen konnten. Nach der WM 2026 veröffentlichte Pigne seine eigene Version. Auch er nutzte dabei den KI-Assistenten Claude. Pigne erweiterte die ursprüngliche Idee um mehr Abwechslung und zusätzliche Entscheidungsmöglichkeiten im Verlauf der Karriere.
Pigne, der sich auf Informatik spezialisiert hat, sagte der französischen Wochenzeitung "Le Point", die Entscheidung, das kostenlose Spiel früher als geplant zu veröffentlichen, habe sich ausgezahlt. Bis Ende Juli hätten mehr als eine Million Menschen das Spiel genutzt und insgesamt 14 Millionen Karrieren erstellt. Auch Leverkusens Stürmer Martin Terrier soll zu den Fans des Spiels gehören.
Seit Nokia 1997 "Snake" veröffentlichte, hat sich bei mobilen Spielen viel verändert.
Auch in Deutschland spielen Millionen Menschen auf Smartphones und Tablets. Nach Angaben des Verbands der deutschen Games-Branche wurden mit Mobile Games 2025 rund 3,12 Milliarden US-Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) umgesetzt. Die Zahl der Spieler lag bei 28,1 Millionen.
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Dass gerade in diesem Sommer so viele Sportspiele nach dem Draft-Prinzip erfolgreich sind, liegt laut Kuscu nicht nur an der Fußball-WM. Auch die Art der Spiele trägt dazu bei.
"Die WM beziehungsweise der Turniereffekt verstärkt das Ganze lediglich, erklärt den Hype allein aber nicht", sagte Kuscu. "Solche Spiele befriedigen ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das viele Nutzer teilen: Kontrolle, Optimierung und Fantasie in einem sehr kompakten Format. Es geht also um das Gefühl, alles selbst in der Hand zu haben, das perfekte Team oder die perfekte Karriere aufzubauen, ohne lange Einarbeitung oder komplizierte Steuerung. "
Künstliche Intelligenz wird in der Entwicklung von Videospielen schon seit Jahren eingesetzt.
"Der Trend zu kleineren, schneller entwickelten Spielen mit KI-Unterstützung wird sich wahrscheinlich fortsetzen und möglicherweise sogar verstärken. Ich glaube aber nicht, dass sich jede virale Erfolgsgeschichte wiederholen lässt", sagte Kuscu.
"Aus unserer eigenen Erfahrung und bestätigt durch externe Quellen wissen wir, dass KI in der Spieleentwicklung längst umfangreich und intensiv eingesetzt wird- insbesondere beim Programmieren, beim Erstellen von Prototypen, bei der Recherche und bei sich wiederholenden Aufgaben. Gleichzeitig bleiben viele Menschen skeptisch, wenn es um Qualität, Abhängigkeiten und kreative Einschränkungen geht.
Für Spiele wie "38-0-0" und "Destiny Eleven" stellt sich die Frage, wie lange der Erfolg anhält. Denn der Markt für Mobile Games ist hart umkämpft. Mithilfe von KI können auch kleinere Teams oder Einzelpersonen in kurzer Zeit neue Spiele produzieren. Dadurch steigt gleichzeitig die Konkurrenz.
"Die größte Hürde ist nicht mehr nur die Produktion, sondern das Geschäftsmodell dahinter: Mobile Games sind extrem abhängig von der Aufmerksamkeit der Nutzer, wiederholter Nutzung und vor allem von In-App-Käufen", sagte Kuscu.
"Ein viraler Start bedeutet noch lange nicht, dass daraus ein tragfähiges oder gar erfolgreiches Geschäft wird.
Ob es die Möglichkeit ist, die eigene Fußballgeschichte zu schreiben, oder der einfache Zugang zu einer virtuellen Fußballwelt: Spiele wie "38-0-0" und "Destiny Eleven" haben in diesem Sommer viele Fans gefunden. Ob sie auch langfristig erfolgreich sein werden, ist offen.
Doch selbst wenn ihre Popularität schnell wieder nachlassen sollte, zeigt ihr Erfolg, wie KI die Entwicklung von Mobile Games verändert. Für die Produktion eines Spiels sind nicht mehr zwangsläufig jahrelange Programmiererfahrung oder ein großes Entwicklerteam nötig. Damit können mehr Menschen ihre eigenen Ideen umsetzen. Gleichzeitig kommen mehr Spiele auf den Markt - und der Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer wird größer.
Dieser Artikel wurde aus dem englischen Original "AI helping create popular mobile sports games" adaptiert.