Huthi-Miliz ist an Meerenge Bab al-Mandab auf dem Vormarsch
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen ist an der Meerenge Bab al-Mandab auf dem Vormarsch. Nach übereinstimmenden Berichten übernahmen die militant-islamistischen Rebellen die Kontrolle über die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste.
Zudem hätten Kämpfer die vorgelagerten Hanisch-Inseln im Roten Meer angegriffen. Regierungstruppen und deren Verbündete hätten sich gen Süden zurückgezogen, melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Militärkreise im Jemen. Mokka liegt rund 70 Kilometer nördlich des Bab al-Mandab.
"Tor der Tränen"
Die wegen schwieriger Navigationsbedingungen auch als "Tor der Tränen" bekannte Meerenge gewann im Zuge des Iran-Krieges nochmals an Bedeutung. Sie verbindet das Rote Meer über den Golf von Aden mit dem Indischen Ozean. Die Passage durch den Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion. In der einen Richtung fahren die Schiffe durch den Suezkanal ins Mittelmeer, in der anderen Richtung Asien.
Die zweite Route, um Güter von der Arabischen Halbinsel aus zu verschiffen, führt über den Persischen Golf durch die Straße von Hormus. Diese Meerenge ist infolge des Krieges bereits nahezu blockiert. Immer wieder attackieren die iranischen Revolutionsgarden dort Handelsschiffe. Umgekehrt haben die USA eine Blockade über iranische Häfen verhängt, um den Öl-Export der Islamischen Republik zu behindern.
Seeblockade gegen Saudis
In der vergangenen Woche hatte die Huthi-Miliz eine großangelegte Offensive begonnen, die auf Küstengebiete entlang dem Bab al-Mandab abzielt. Die Rebellen kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudischen Provinzen am Roten Meer. Bereits Ende Juli hatten sie eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff die Miliz nach eigenen Angaben mehrfach saudische Öltanker im Roten Meer sowie Öl-Anlagen in dem Königreich an.
Die den Huthi nahestehende Nachrichtenagentur Saba meldete unterdes, die saudische Armee habe dutzende Angriffe auf Ziele im Jemen geflogen. Die Luftwaffe des Feindes habe in den vergangenen Stunden etwa 40 Attacken in den Provinzen Tais, Hodeida, Al-Dschauf und Marib ausgeführt, hieß es. Zuvor hatten die Huthi Ziele in Saudi-Arabien unter Beschuss genommen.
Waffenruhe ist Makulatur
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthi unterstützt. Seit einer von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 kamen die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen. Nach den Gefechten in jüngster Zeit ist die Feuerpause jedoch hinfällig.
jj/fab (dpa, afp, rtr)
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