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Dreimal war sie schon im Rennen um das höchste Staatsamt, zweimal hat sie die Stichwahl gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron verloren.
Ihre Entscheidung bedeutet auch, dass Jordan Bardella, der 30-jähriger RN-Parteichef und politischer Ziehsohn von Marine Le Pen, nun nicht bei der Wahl im Frühjahr 2027 antritt.
Die Umfragen für die Partei sind bisher vielversprechend. Danach würden sowohl Le Pen als auch Bardella mit großem Abstand zum nächsten Bewerber die erste Wahlrunde im April gewinnen, mit Werten zwischen 32 und 38 Prozent. Als stärkster Herausforderer gilt der ehemalige Ministerpräsident Edouard Philippe von der Mitte-Rechts-Partei Horizons. Tritt er in der Stichwahl gegen Le Pen an, wird sein Erfolg davon abhängen, ob er sowohl bürgerliche als auch linke Wähler hinter sich vereinigen kann, um einen RN-Sieg zu verhindern.
So war es bei mehreren Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, ähnlich wie sich in Deutschland oft andere Parteien gegen die in Teilen rechtsextreme AfD verbünden. "
Möglich wurde der Aufstieg des Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) durch eine lang angelegte Strategie, die Marine Le Pen "Entteufelung" genannt hat - weg vom Antisemitismus und offenen Rassismus unter ihrem Vater Jean-Marie Le Pen und hin zu einem gemäßigteren, regierungsfähigen Kurs, der von bürgerlichen Wählern akzeptiert wird.
Je mehr ein Wahlsieg 2027 möglich erscheint, desto mehr grenzt sich der RN von rechtsextremen Parteien im Ausland ab und sucht dort stattdessen den Kontakt zu Parteien der rechten Mitte.
Auf der anderen Seite traf sich Jordan Bardella Anfang des Jahres mit dem deutschen Botschafter in Paris, Stephan Steinlein, zu einem Gespräch.
Dazu zählte er die Kritik am EU-Klimaschutzprogramm Green Deal und den Umgang mit "Migrationsströmen", wobei Bardella die Wiedereinführung von Kontrollen an den deutschen Grenzen begrüßte.
Mit seiner Äußerung wolle Bardella der Bundespolitik und vor allem den Unionsparteien CDU und CSU signalisieren: "Wir sind gar nicht so. Wenn wir mal in Regierungsverantwortung sind, dann lösen wir uns von diesem Wahlkampfgetöse und sind pragmatische Partner."
Jacob Ross erwartet für diesen Fall Dispute, sowohl bilateral als auch auf EU-Ebene. "Es wird viel Streitpotential geben bei politischen Fragen. " In der Energiepolitik etwa, falls Frankreich, das im Gegensatz zu Deutschland ganz auf Atomstrom setzt, aus dem europäischen Strommarkt aussteige. Ebenso wenn Frankreich, wie von Bardella und Le Pen angekündigt, tatsächlich seine EU-Beiträge massiv kürzen würde.
Ein Ende der deutsch-französischen Zusammenarbeit sieht der Frankreich-Experte dann aber nicht. Es könne so kommen wie bei Italiens rechtsgerichteter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. "Wo ja auch vor ihrem Wahlsieg 2021 in der europäischen Presse stand, das ist der Faschismus, der in Italien an die Tür klopft, und Meloni dann relativ zügig zu einer Partnerin auf europäischer und bilateraler Ebene wurde, die Friedrich Merz als strategische Partnerin bezeichnet."
"Es wird natürlich einen gewissen Vertrauensverlust geben und viele Friktionen", resümiert Ross, "aber es wird nicht so sein, dass jetzt alles auseinanderfliegt, wenn tatsächlich ein RN-Kandidat gewinnt".