In Großbritannien droht dem unter Druck geratenen Premierminister Keir Starmer nach Medienberichten ein parteiinterner Coup. Gesundheitsminister Wes Streeting bereite seinen Rücktritt vor, um Starmer sodann als Chef der Labour-Partei herauszufordern, melden die Zeitung "The Times" und der Sender Sky News.
Beide müssten jedoch zunächst Hürden überwinden: Burnham fehlt das für eine Kandidatur notwendige Mandat im Unterhaus, während Rayner noch eine Steueraffäre zu schaffen macht, die im vergangenen Jahr zu ihrem Rücktritt geführt hatte. Streeting wird dem rechten Flügel der Labour-Partei zugerechnet, während Burnham und Rayner eher dem gemäßigten linken Flügel angehören.
Starmer zeigte sich zuletzt kämpferisch, wies wiederholt Rücktrittsforderungen zurück und versuchte, Zweifeln an seiner Führungsstärke entgegenzutreten. Dazu bekräftigte er seine Pläne zur Stärkung der Wirtschaft, der Energiesicherheit und Verteidigungsfähigkeit. Der Premier warnte zudem vor den Folgen einer parteiinternen Revolte für die politische Stabilität und die Wirtschaft.
An diesem Mittwoch musste Starmer jedoch einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Der Labour-Partei nahestehende Gewerkschaften entzogen ihm ihre Unterstützung. "Labour kann diesen Weg nicht weitergehen", erklärten sie.
Starmer kämpft seit Monaten um sein politisches Überleben. Dabei hatte er erst bei der Parlamentswahl 2024 eine der größten Mehrheiten in der modernen britischen Geschichte errungen. Doch zuletzt erlebte Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen ein Debakel, für das viele in der Partei Starmer verantwortlich machen.
jj/se (dpa, rtr)
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