Wenn man den renommierten britischen Fernsehmoderator, Naturforscher und Autor Sir David Attenborough mit einem Adjektiv beschreiben wollte, wäre es "unermüdlich".
Auch wenn er mit zunehmendem Alter körperlich etwas langsamer geworden ist, hat die Leidenschaft des mittlerweile 100-Jährigen für die Natur - und seine Begeisterung, diese mit den Zuschauern zu teilen - nicht nachgelassen.
Er steht im Guinnessbuch der Rekorde für "die längste Karriere als Fernsehmoderator und Naturforscher".
Im Laufe dieser Zeit hat er eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten - von 32 Ehrendoktorwürden bis hin zu zwei Ritterorden - und stellte 2020 sogar einen Social-Media-Rekord auf, als sein neuer Instagram-Account innerhalb von vier Stunden und 44 Minuten mehr als eine Million Follower gewann. Als die BBC-Serie "Blue Planet II" 2017 Premiere feierte, wollten sie allein in China so viele Menschen sehen, dass lokale Medien von einer zeitweisen Internet-Überlastung berichteten.
Attenborough wurde erstmals 1985 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Die Ehre wurde ihm 2022 für seine Naturdokumentationen und sein Engagement ein zweites Mal zuteil, als der damalige Prinz Charles ihn dazu noch zum Großkreuzritter des Ordens von Sankt Michael und Sankt Georg ernannte.
Im April desselben Jahres erhielt er die höchste Umweltauszeichnung der Vereinten Nationen, nämlich den "UN Champions of the Earth Lifetime Achievement Award".
Attenborough ist der einzige Filmemacher, der in jeder wichtigen Ära der Fernsehtechnik - von Schwarz-Weiß über Farbe bis hin zu HD, 3D und 4K - mit dem britischen BAFTA-Preis ausgezeichnet wurde. In seiner Heimat Großbritannien wird er oft als Nationalheiligtum bezeichnet - ein Begriff, der ihm allerdings nicht besonders gefällt.
David Frederick Attenborough wurde am 8. Mai 1926 in England als zweiter von drei Söhnen geboren. Sein Bruder Richard ( † 2014) war der bekannte Schauspieler und Regisseur, der 1993 in dem Film "Jurassic Park" und dessen Fortsetzung von 1997 die Rolle des John Hammond spielte und 1982 den Oscar-prämierten Film "Gandhi" inszenierte.
Seine Vorgesetzten hatten allerdings Zweifel daran, ob er im Fernsehen präsentabel sei, erzählte Attenborough der "Daily Mail" im Jahr 2010: "Ich erfuhr 40 Jahre später, dass sie über mich als Praktikant gesagt hatten: Er mag ein überaus sympathischer Kerl sein, vielleicht sogar ein hervorragender Produzent, aber man sollte ihn nicht mehr als Interviewer vor der Kamera einsetzen, weil seine Zähne zu groß sind." Schließlich kam Attenborough dann doch vor die Kamera, als er gebeten wurde, für einen erkrankten Moderator einzuspringen.
Attenborough verzichtete jedoch auf eine Managementkarriere bei der BBC und entschied sich stattdessen dafür, seine Liebe zur Natur mit dem Rundfunk zu verbinden. Er sprach alle Folgen der langjährigen Sendung "BBC Wildlife on One" (1977–2005) und war auch Sprecher anderer vielbeachteter BBC-Naturdokumentationen wie "The Blue Planet" und "Planet Earth" - mit einer, wie der Radiosender NPR einmal bemerkte, "unverwechselbaren, fast flüsternden Art zu erzählen".
Das Publikum wurde auch von den Tieren unterhalten, die gemeinsam mit ihm vor der Kamera standen und dem Naturforscher manchmal sogar die Show stahlen.
Mehr als 40 Tier- und Pflanzenarten - sowohl lebende als auch ausgestorbene - wurden nach ihm benannt. Dazu gehören ein prähistorisches Meeresreptil namens Attenborosaurus und eine madagassische Libelle namens Acisoma attenborough, Attenboroughs Spießlibelle.
Ein Tier allerdings macht ihm Angst.
David Attenborough nutzt zudem seine öffentliche Bekanntheit, um sich für Klimaschutz und Umweltschutz einzusetzen, und hält häufig Reden auf großen internationalen Veranstaltungen. Es ist seine ausgewogene Wortwahl - eindringlich, aber nicht Angst schürend -, die bei den Zuschauern großen Anklang findet.
"Wir können nun zerstören oder wir können bewahren - die Wahl liegt bei uns", sagte er in der Miniserie "Planet Earth" aus dem Jahr 2009.
Als Attenborough 2022 von den UN den "Champion of the Earth Lifetime Achievement Award" erhalten hatte, schrieb der Autor Simon Barnes in einem Glückwunschartikel für das Online-Nachrichtenportal "Tortoise": "Wenn die Welt tatsächlich gerettet werden sollte, dann wird Attenborough mehr zu ihrer Rettung beigetragen haben als jeder andere Mensch, der je gelebt hat."
Im Jahr 2020 erklärte Attenborough gegenüber Anderson Cooper in der Sendung "60 Minutes", dass er keine Angst vor dem Tod habe; "Ich würde mir nur wünschen, dass es schnell geht, vielen Dank." Er sagte, er habe mehr Angst davor, "hilflos und gaga zu werden", und brachte seine Überraschung und Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass er sich einer relativ guten Gesundheit erfreue, die es ihm ermögliche, auch im fortgeschrittenen Alter noch zu arbeiten und aktiv zu bleiben. Etwas, dem seine Fans sicherlich ohne Weiteres zustimmen würden.
Anlässlich seines 100. Geburtstags gibt es neben mehreren Dokumentarfilmen eine live übertragene Feier in der Royal Albert Hall, bei der das BBC Concert Orchestra und besondere Gäste den Naturforscher und seine glanzvolle Karriere würdigen werden.
Adaption aus dem Englischen: Katharina Abel