Vor dem imposanten Baobab-Baum hatten sich mehr als 250 geladene Gäste aus Deutschland und dem Senegal versammelt, um das zukunftsweisende Gebäude feierlich einzuweihen.
Seit fast fünfzig Jahren ist das Goethe-Institut im Senegal aktiv. Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, betont in ihrer Festrede, dass Deutschland als stabiler und verlässlicher Partner an der Seite Senegals stehe. “Mit dem Neubau des Goethe-Instituts fügen wir dem Buch der engen und vertrauensvollen Beziehungen unserer beiden Länder ein weiteres Kapitel hinzu“, so Serap Güler.
Seit 1978 gibt es ein Goethe-Institut in der Hauptstadt des Senegals. Der neue nachhaltige Gebäudekomplex wird von den Vereinten Nationen unterstützt.
Vor sieben Jahren zeichnete der renommierte Architekt Francis Kéré auf einem staubigen Sandplatz seine ersten Entwürfe in seinen Notizblock. Der international renommierte Architekt aus Burkina Faso, erster Schwarzer Preisträger des Pritzker‑Preises (2022) und zudem ausgezeichnet mit dem japanischen Praemium Imperiale, wollte ein Gebäude schaffen, das moderne Architektur mit afrikanischer Baukultur verbindet.
Dabei sollte ein jahrtausendealter Baustoff verwendet werden, der Hitze abhält und kühle Räume schafft: Lehm. Aus der roten Erde Senegals wurden mit einer minimalen Zementbeimischung Ziegel gepresst.
Die Architektur fügt sich harmonisch in ihre Umgebung ein - mit verschatteten Fassaden, offenen Übergängen und natürlicher Belüftung. Lediglich einige tragende Elemente wurden mit Stahlbeton errichtet.
Die Bauleitung übernahm das Architekturbüro Worofila aus Dakar, gegründet von Nzinga Mboup und Nicolas Rondet.
"Ich spüre hier die Brise des Ozeans", erklärt Nzinga Mboup, Architektin bei Worofila.
Dakar gehört zu den am schnellsten wachsenden Metropolen Afrikas. Mit diesem Wachstum steigen auch die Herausforderungen: Wohnraummangel, Hitze sowie steigende CO₂‑Emissionen durch Betonbauten.
Mittlerweile setzt eine ganze Generation von Architektinnen und Architekten auf Lehm als Baustoff der Zukunft. Das neue Goethe-Institut in Dakar ist ein Modell für nachhaltiges Bauen. Die urbane Zukunft der Welt, so die Botschaft dieses Hauses, könnte dort beginnen, wo uraltes Wissen, moderne Technologie und gesellschaftliche Verantwortung zusammentreffen - in der roten Erde Afrikas.
Das Goethe-Institut Senegal betreut auch die Regionen Gambia, Kap Verde und Guinea-Bissau.