US-Armee: Schiffsverkehr durch Straße von Hormus fließt

Trotz der Ansage des Iran, die Straße von Hormus wieder geschlossen zu haben, fließt der Schiffsverkehr durch die Meerenge nach Darstellung der US-Armee weiterhin. "Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt", erklärte das zuständige amerikanische Regionalkommando CENTCOM am Sonntag im Onlinedienst X. Die Straße von Hormus sei "offen für alle Schiffe, die legal durch diese internationale Schifffahrtsroute fahren wollen", hieß es weiter. Die US-Armee stehe bereit, dafür zu sorgen, dass dies so bleibe.

Nach erneuten US-Angriffen auf zahlreiche Ziele im Iran hatten die dortigen Revolutionsgarden erklärt, die für den weltweiten Handel mit Öl, Flüssiggas und weiteren Gütern wichtige Wasserstraße bleibe "bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt". Betont wurde: "Keinem Schiff wird die Durchfahrt gestattet."

"Wichtiger als Atombomben"

Mohsen Resai, der Militärberater des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei, hob die strategische Bedeutung der Straße von Hormus für die Islamische Republik hervor. Die Meerenge sei "wichtiger als dutzende von Atombomben, und die Islamische Republik Iran wird sie schützen", wurde Resai von der iranischen Nachrichtenagentur Isna zitiert. 

Die neue US-Angriffswelle auf den Iran - die dritte innerhalb einer Woche - erfolgte, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein unter der Flagge Zyperns fahrendes Containerschiff in der Straße von Hormus beschossen hatten. Der Iran besteht darauf, dass Handelsschiffe nur eine festgelegte Route durch seine nördlichen Hoheitsgewässer nutzen, während die USA eine Strecke unterstützen, die nahe an den Gewässern Omans liegt.

Die US-Armee nahm nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele im Iran ins Visier. Dazu gehörten iranische Raketen- und Drohnenstellungen sowie Munitionsdepots, wie CENTCOM mitteilte. "Wir haben sie letzte Nacht hart getroffen", sagte US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einem Interview des amerikanischen Nachrichtensenders CNN. 

Iranische Medien berichteten über Explosionen in mehreren Städten im Süden des Landes sowie auf der Insel Keschm und in der Provinz Chusestan. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten, darunter Katar und Oman.  In Jordanien schlugen drei iranische Raketen ein, dabei wurde niemand verletzt. 

Vermittler Pakistan rief die Führungen in Teheran und Washington zur Zurückhaltung auf. Außenminister Ishaq Dar betonte in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi, dass der Konflikt nur mit "Dialog und Diplomatie" beigelegt werden könne.

Trump: Fast ein neuer "Deal"

Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region geherrscht. Außer einer Waffenruhe sah die Einigung vor, dass die USA und der Iran binnen 60 Tagen eine dauerhafte Vereinbarung zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges aushandeln.

Man habe am Samstag kurz vor einem "Deal" gestanden, berichtete Trump im CNN-Interview. "Und dann plötzlich, zwei Stunden später, trafen sie (die Iraner, Anm. d. Red.) ein Schiff mit einer Drohne." Er fügte hinzu: "Diese Leute, mit denen ist etwas faul."

wa/al/se (afp, dpa, rtr, ap)

Redaktionsschluss: 17.45 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.